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Dispokredit für kurzfristige Liquidität

Der Dispositionskredit, kurz Dispo genannt, ist ein Überziehungskredit, der Ihnen von der Bank auf Ihrem Girokonto eingeräumt werden kann. Sie haben dann die Möglichkeit Ihr Bankkonto dank diesem Dispokredit zu überziehen. Bei Neueröffnung eines Kontos ist zunächst festgelegt, dass das Konto auf Guthabenbasis geführt wird. Im Rahmen der Kreditrichtlinien Ihrer Bank können Sie dann einen Dispokredit beantragen.

Wie hoch ist der Dispokredit?

Es gibt keine vorgeschriebene Höhe des Dispositionskredits, der Überziehungsrahmen wird individuell anhand Ihrer persönlichen Lebensumstände festgelegt. Dazu gehört natürlich in erster Linie Ihr Einkommen, aber auch die Regelmäßigkeit der Geldeingänge und die Art der Einkünfte werden berücksichtigt. Auf Sozialleistungen, wie z.B. Hartz IV, wird in der Regel kein Überziehungsrahmen gewährt. Bei regelmäßigem Einkommen kann der Dispokredit bis zu 3 x so hoch sein, wie das monatliche Nettoeinkommen.

Ein rechnerisches Beispiel:

Frau W. erhält jeden Monat ihr Nettogehalt in Höhe von 2.200 Euro auf ihr Girokonto ausgezahlt. Die Bank gewährt ihr nun, aufgrund ihrer individuellen Bonität, ein Dispokredit in dreifacher Höhe. Das bedeutet, dass Frau W. nicht nur die 2.200 Euro Gehalt vom Konto abheben kann, sondern bis zu einem Soll von 6.600 Euro über Bargeld von ihrem Konto verfügen kann, ohne Guthaben aufzuweisen. Beim nächsten Geldeingang wird der Dispositionskredit ausgeglichen, bzw. reduziert.

Nehmen wir an, Frau W. überzieht im Monat Mai ihr Konto um 4.000 Euro und hat einen Kontostand von Soll 4.000 Euro. Nun erhält sie im Juni erneut ihr Gehalt in Höhe von 2.200 Euro. Dies wird dann auf den Dispokredit angerechet und ihr Kontostand beträgt Soll 1.800 Euro. Sie hat jetzt die Möglichkeit erneut Geld abzuheben, bis zu dem vereinbarten Limit von Soll 6.600 Euro.

Für wen lohnt sich der Dispokredit?

Zugegeben, es ist unkompliziert und einfach, das Konto zu überziehen und den Dispokredit auszureizen. Ob teure Anschaffung, Luxusgut oder einfach eine hohe Rechnung, der Dispokredit kann in manchen Situationen sehr hilfreich sein. Doch lohnt er sich überhaupt wirklich?

Aufgrund der verhältnismäßig hohen Zinsen, sollte die Nutzung des Dispokredits kein Dauerzustand sein. In finanziellen Notsituationen oder bei vorübergehenden Engpässen ist die Kontoüberziehung aber sehr hilfreich. Grundsätzlich gilt als Empfehlung beim Dispokredit, ihn nur dann zu nutzen, wenn es nicht anders möglich ist. Für jeden Tag Überziehung verlangt die Bank Zinsen, die je nach Zinssatz immens ausfallen können.

Sie sollten Ihren Dispokredit nie als Dauerlösung sehen, sondern immer nur als Helfer in der Not, der finanzielle Engpässe vorübergehend überbrücken kann. Eine dauerhafte Ausreizung des Dispos ist auf Dauer sehr teuer, daher sollte ein kompletter Ausgleich immer forciert werden.

Die Zinsen beim Dispokredit

Einen einheitlichen Zinssatz gibt es beim Dispokredit nicht, jedes Kreditinstitut legt den Überziehungszins selbst fest. Hierbei legen die Banken die Zinssätze aber keinesfalls offen dar und geben dem Kunden so einen guten Einblick. Im Gegenteil, der Sollzins wird von vielen Kreditinstituten besser gehütet als der Safe, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Ein Testverfahren der Stiftung Finanztest hat ergeben, dass sich bei Banken ein Sollzins von bis zu 16 Prozent erwarten lässt. Für Sie als Verbraucher ist der Zinssatz immens, denn Sie müssen nicht nur den Dispokredit ausgleichen, sondern zudem noch für die Zinsen aufkommen. Schon aus diesem Grund raten Verbraucherschützer dazu, den Dispokredit nur im Notfall zu benutzen und nicht als selbstverständliches Zusatzeinkommen.

Antrag auf Dispokredit

Wenn Sie sich dafür entscheiden den Dispokredit Ihres Girokontos zu nutzen, beantragen Sie ihn direkt bei Ihrer Hausbank. Voraussetzung ist ein Girokonto, welches über regelmäßige Gehalteingänge verfügt. Auch Renten oder sonstige Leistungen werden meist berücksichtigt.

Ob und wie hoch der Dispokredit gewährt wird, liegt an der Bank selbst. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf die Gewähr des Kreditrahmens.

Rückzahlung des Dispokredit

Die Rückzahlung des ausgeschöpften oder benutzten Dispokredits erfolgt über das monatliche Einkommen. Gutschriften werden auf den negativen Saldo aufgerechnet, die Zinsen minimieren sich, wenn bereits ein Teil des Dispo ausgeglichen wird.

Sie können solange über Bargeld verfügen, wie Ihr Dispokredit nicht ausgeschöpft ist. Sobald Ihr Disporahmen ausgeschöpft ist, gibt die Bank keine Zahlungen mehr frei und ermöglicht keine Geldabhebungen mehr. Erst wenn durch die monatlichen Einkünfte wieder ein Teil vom Dispokredit ausgeglichen wird, können Sie erneut über Geld verfügen.

Risiken bei einem Dispokredit

Für viele Verbraucher ist der Dispokredit eine Schuldenfalle, denn die dauernde Verfügbarkeit von Bargeld reizt zur Nutzung. Geld abheben, welches eigentlich noch nicht auf dem Konto ist, übt auf viele Verbraucher einen großen Reiz aus. Da wird der Einkauf mitunter nicht mehr so genau berechnet oder das neue Kleid wird gekauft, obwohl es im monatlichen Budget nicht mehr drin ist. Viele Dispokredit nutzer leben nach dem Motto: „Ich muss es ja nicht heute bezahlen“.

dispokredit

Durch die Überziehung fehlt natürlich im Folgemonat das Geld, so dass in Folge dessen der Dispokredit erneut in Anspruch genommen wird. Für viele Menschen ist die einmalige Nutzung des Dispo der Weg in die Schulden, denn ein Ausgleich erfolgt oft erst nach Monaten, wenn überhaupt. Ist der Dispokredit jedoch nicht ausgeglichen, kommen jeden Monat neue Zinsen hinzu, die ebenfalls von Ihnen getragen werden müssen.

Ein weiteres Risiko beim Dispokredit ist, dass sich Ihre finanziellen Verhältnisse plötzlich ändern können. Kaum ein Mensch ist davor geschützt, überraschend den Job zu verlieren oder eine sonstige Veränderung bei den Einkünften zu erleben. In diesem Fall kann jedoch die Bank den Dispokredit kündigen und die sofortige Rückzahlung des ausstehenden Beträge verlangen. Erfolgt kein Ausgleich, kann sogar das Konto gekündigt werden.

Pfändungsschutzkonto und Dispokredit

Der Dispokredit kann auf jedem Girokonto gewährt werden, rein theoretisch auch auf einem Pfändungsschutzkonto (kurz P-Konto). In der Praxis wird bei einem P-Konto aber nur sehr selten ein Überziehungsrahmen eingeräumt.

Für die Bank ist das Ausfallrisiko bei einem P-Konto-Kunden statistisch gesehen deutlich höher, denn es gibt bereits Pfändungen aus berechtigten Forderungen. Es kommt hinzu, dass Gläubiger bei einem P-Konto in den Dispokredit pfänden können, wenn der Verbraucher mehr Geld ausgibt, als der Freibetrag vorsieht.

In der Regel gewährt die Bank daher keinen Dispokredit für Kunden mit P-Konto. Doch auch umgekehrt ist es oftmals problematisch die Umwandlung in ein P-Konto zu beantragen, wenn der Dispokredit noch nicht ausgeglichen ist. In der Praxis verweigern Kreditinstitute die Umwandlung ins Pfändungsschutzkonto oft dann, wenn der Dispo ausgereizt ist und eine Pfändung im Raum steht. Für den Verbraucher ist das ein großes Problem, denn ohne P-Konto kann der Gläubiger ins Gehalt pfänden.

Alternativen zum Dispokredit

Der Dispokredit lohnt sich für den Verbraucher effektiv nur, wenn es sich um ein einmaliges oder seltenes Bedürfnis nach sofortiger Liquidität handelt. Mitunter gibt es Situationen, in denen Sie ganz plötzlich 1.000 Euro benötigen oder mehr. Bis zur Höhe des Limits kann dann der Dispokredit benutzt werden. Die horrenden Zinsen sind Grund genug dafür, den überreizten Dispokredit sofort wieder auszugleichen.

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Als Alternative bietet sich die Aufnahme eines Minikredit oder Kleinkredits an, der von den meisten Hausbanken geboten wird. Der Kleinkredit hat einige Vorteile zum Dispokredit, allen voran natürlich die deutlich niedrigeren Zinsen.

Es kommt hinzu, dass der Kleinkredit zwar monatlich zurückgezahlt werden muss, jedoch keine weitere, zusätzliche Ausreizung möglich ist. Die Gefahr in die Schuldenfalle zu rutschen ist beim Dispokredit deutlich höher.

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